Wer bezahlt das Netz der Zukunft? Die Bundesnetzagentur schreibt die deutschen Entgelte von Grund auf neu
Unter dem Codenamen AgNes baut die Bundesnetzagentur das Netzentgeltsystem neu: Die förmliche Konsultation des vollständigen Entwurfs beginnt im Sommer 2026, das neue Rahmenwerk steht bis Jahresende, die Anwendung kommt ab 2029. Erzeuger sollen erstmals Einspeiseentgelte zahlen, Speicher und flexible Verbraucher bekommen eigene Regeln. Im Februar hat die Behörde bereits die „vermiedenen Netzentgelte" gekappt — ein Relikt einer anderen Epoche.
EuroEnergy-Redaktion · 1 Min. Lesezeit · aktualisiert 28. Sept. 2026
Deutschlands unsichtbarste Reform könnte die teuerste oder die billigste von allen werden — je nachdem, wen man fragt: Die Bundesnetzagentur schreibt unter dem Codenamen „AgNes" das gesamte System neu, nach dem die Kosten der Stromnetze verteilt werden.
Der Kalender: Am 27. Mai 2026 stellte die Behörde ihren Zwischenstand vor; die förmliche Konsultation des vollständigen Entwurfs beginnt im Sommer 2026 und endet mit dem Erlass des Regulierungsrahmens bis Jahresende. Die neuen Regeln sollen ab 2029 gelten.
Was sich wirklich ändert: Heute bezahlen das Netz fast ausschließlich die Verbraucher, pro Kilowattstunde. Morgen stehen EINSPEISEentgelte für Erzeuger zur Debatte — die Parks, die neue Netze auf dem Feld verlangen, würden einen Teil davon tragen —, eigene Regeln für Speicher (heute mitunter doppelt belastet, als Verbraucher UND als Erzeuger) und Entgelte, die Flexibilität belohnen, statt sie zu bestrafen.
Ein Schnitt ist schon erfolgt: Mit dem Beschluss vom 17. Februar 2026 beendete die Behörde die „vermiedenen Netzentgelte" — die historischen Zahlungen an dezentrale Erzeuger für das Netz, das sie theoretisch einsparten. In einem System mit täglich umgekehrten Flüssen war das Relikt absurd geworden, erklären die Energiejuristen.
Der Einsatz für jeden Haushalt: Die Netzentgelte sind schon das zweitgrößte Stück der Rechnung. Wer sie morgen zahlt — Verbraucher, Erzeuger, Flexible —, entscheidet, wer die Energiewende gewinnt.
Wie schwer das Netz im Endpreis wiegt, Land für Land: die Preisseite.
Weitere Nachrichten
Kommentare
Schreiben Sie den ersten Kommentar.