Der erste Wasserstoff fließt durchs deutsche Kernnetz: Lingen–Marl, 120 Kilometer
Deutschlands Wasserstoff-Kernnetz ist kein Plan mehr: Zertifizierter grüner Wasserstoff fließt von Lingen, wo ihn die RWE-Elektrolyseure erzeugen, bis zum Chemiepark Marl. Gascade hat eine 400-km-Trasse von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt, und seit dem Start der Kapazitätsreservierungen im März hat sich die Nachfrage verdoppelt. Das Ziel: 9.040 km bis 2032, 18,9 Milliarden Euro.
EuroEnergy-Redaktion · 1 Min. Lesezeit · aktualisiert 28. Sept. 2026
Die ehrgeizigste Pipeline auf Europas Energiepapier hat zu atmen begonnen: Durch die ersten Abschnitte des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes fließt zertifizierter grüner Wasserstoff — von den RWE-Elektrolyseuren in Lingen über rund 120 Kilometer Leitung bis zum Chemiepark Marl im Ruhrgebiet.
Das Netz entsteht vor allem aus alten Röhren: Knapp 60 Prozent der von der Bundesnetzagentur genehmigten 9.040 Kilometer werden umgestellte Erdgastrassen sein. Gascade hat bereits einen 400-Kilometer-Abschnitt auf Wasserstoff umgestellt; OGE und Nowega haben über eine neue 10-km-Leitung auch den ersten Salzkavernenspeicher angebunden.
Die Nachfrage ist da: Seit dem Start der Kapazitätsreservierungen im März 2026 haben sich die Transportanfragen VERDOPPELT, berichtet die Fachpresse. Chemie und Raffinerien sichern sich ihren Platz an der Leitung, die ihre Prozesse dekarbonisieren soll.
Die Rechnung: 18,9 Milliarden Euro bis 2032, vorfinanziert über Entgelte mit langer Amortisation — der Staat bürgt, die Nutzer zahlen, wie sie kommen.
Was das mit Strom verbindet: Elektrolyseure sind riesige, flexible Verbraucher — die idealen Kunden der billigen Solarmittage. Die Preise, die sie füttern: die Deutschland-Seite.
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