Helsinki prüft ein Kernkraftwerk mit kleinen Reaktoren: Helen untersucht drei Standorte
Das Energieunternehmen Helen, das der Stadt Helsinki gehört, hat das Programm zur Umweltverträglichkeitsprüfung für ein Kraftwerk mit kleinen modularen Reaktoren an drei möglichen Standorten veröffentlicht: Salmisaari, Vuosaari und Norrberget. Laut Yle will Helen Kraftwerksmodell und Standort bis Ende 2027 auswählen.
EuroEnergy-Redaktion · Finnland · 1 Min. Lesezeit
Helen, das Energieunternehmen der Stadt Helsinki, hat am 3. November das Programm zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für ein mögliches Kernkraftwerk in der finnischen Hauptstadt veröffentlicht, berichtet Yle. Laut Helen umfasst die Prüfung nur kleine modulare Reaktoren (SMR) und fünf Umsetzungsvarianten je nach Technologie und Standort, dazu die Variante, auf das Projekt zu verzichten.
Was geprüft wird. Die Varianten umfassen ein Kraftwerk, das nur Wärme für die Fernwärme erzeugt, und ein Heizkraftwerk, das auch Strom produziert. Infrage kommen die Industriegebiete Salmisaari und Vuosaari sowie das Gebiet Norrberget in Östersundom, wo Wald gerodet werden müsste, schreibt Yle. Die wichtigste untersuchte Auswirkung ist die Erwärmung des Meerwassers: Ein Heizkraftwerk würde einen Teil der Reaktorwärme ins Meer leiten, ein reines Heizwerk nicht.
Der Zeitplan. Laut Yle will Helen Kraftwerksmodell und Standort bis Ende 2027 auswählen; das Kraftwerk wäre in gut einem Jahrzehnt fertig. Der von Helen veröffentlichte Zeitplan sieht den Prüfbericht für 2027 und die begründete Schlussfolgerung des Ministeriums für Wirtschaft und Beschäftigung für 2028 vor. „Das kommende Jahr wird bedeutender sein als alle bisherigen Jahre zusammen“, sagte Pekka Tolonen, Geschäftsführer von Helen Ydinvoima, der im Februar 2026 gestarteten Nukleartochter, gegenüber Yle.
Hintergrund. Helens Nuklearprogramm begann 2024 und soll die verbrennungsbasierte Energieerzeugung bis 2040 beenden. Die Kohlekraftwerke der Stadt sind geschlossen, Strom wird laut Yle nur noch aus Erdgas in Vuosaari und in geringem Umfang aus Solarmodulen erzeugt. Die Spitzen der Stromnachfrage sollen sich binnen weniger Jahre verdoppeln.
Wie es weitergeht. Die Stadt erklärt, ein Kraftwerk könne frühestens Mitte der 2030er-Jahre in Betrieb gehen; das Projekt brauche die Umweltprüfung, von der Stadt genehmigte Bebauungspläne und die Zustimmung der Strahlen- und Nuklearsicherheitsbehörde STUK. Im November veranstaltet Helen vier öffentliche Treffen, in der Bibliothek Oodi sowie in Vuosaari, Ruoholahti und Östersundom.
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