Österreichs Speicher bei 67 Prozent — aber mit einem Ass im Ärmel
Österreichs Gasspeicher gehen mit 67 Prozent Füllstand in den Herbst, deutlich unter den über 80 Prozent des Vorjahres: Das vom Nahostkrieg verteuerte Gas war das Einspeichern um jeden Preis nicht mehr wert. Das Ass im Ärmel bleibt die riesige Kapazität: Österreich kann das Äquivalent von rund 120 Prozent seines Jahresverbrauchs lagern — ein Luxus, den wenige Länder haben.
EuroEnergy-Redaktion · 1 Min. Lesezeit · aktualisiert 29. Sept. 2026
Die Zahl klingt beunruhigend in einem Land, das jahrzehntelang vom Transit und der Speicherung des Gases lebte: nur 67 Prozent Füllstand Mitte September, gegenüber über 80 Prozent zum selben Zeitpunkt des Vorjahres — und sogar über 90 Prozent in den vorsichtigen Jahren nach 2022.
Warum langsamer eingespeichert wurde. Die Erklärung ist ökonomisch, nicht logistisch: Der Iran-Krieg verteuerte im Sommer das Gas, und die Differenz zu den Winterpreisen — der Spread, der das Einspeichern üblicherweise bezahlt — verdunstete. Die Händler weigerten sich, teuer zu kaufen nur der runden Zahlen wegen; die Regierung, aus der Logik panischer strategischer Käufe ausgestiegen, ließ sie gewähren.
Das Ass im Ärmel. Österreich verfügt über eine der größten Speicherkapazitäten Europas gemessen am eigenen Bedarf: Seine Speicher fassen das Äquivalent von rund 120 Prozent des Jahresverbrauchs. Selbst halb voll decken sie mehr als einen üblichen Winter des Haushaltsverbrauchs — und die E-Control erklärt die Versorgung des Winters 2026/27 bei normalen Importbedingungen für gesichert.
Die regionale Nuance. Ein Teil des Gases in österreichischen Speichern gehört traditionell ausländischen Kunden — von deutschen Händlern bis zur italienischen Industrie. Der Füllstand ist also ein regionaler, nicht nur nationaler Indikator.
Was die Gleichung stören würde. Nur die extreme Kombination: langer Winter, gleichzeitige LNG-Krise und Transitbeschränkungen. Für alles andere haben die Kavernen im Salzkammergut und in Haidach Platz genug.
Gas- und Strompreise, im Spiegel, auf der Preisseite.
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