Korsika: Verein schlägt grünen Wasserstoff aus schwimmender Photovoltaik auf dem Codole-See für die Inselbahnen vor
Der Verein Acquasole schlägt das Projekt RegHYnu vor: eine schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Codole-Stausee in der Balagne, die grünen Wasserstoff für die Züge der korsischen Eisenbahn erzeugen soll. Die Initiatoren schätzen rund 42 GWh pro Jahr, doch die technische, finanzielle und ökologische Machbarkeit muss erst nachgewiesen werden.
EuroEnergy-Redaktion · Frankreich · 1 Min. Lesezeit
Auf Korsika wirbt der Verein Acquasole für ein Projekt, bei dem eine schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Codole-Stausee im Reginu-Tal in der Balagne grünen Wasserstoff erzeugen soll, berichtete Corse Net Infos am Montag, 2. November. Das Projekt „RegHYnu“ sieht Erzeugung, Speicherung und Transport des Wasserstoffs zu den Verbrauchsorten vor, in erster Linie zu den Zügen der Chemins de fer de la Corse.
Die Zahlen. Nach Angaben der Initiatoren, zitiert von Corse Net Infos, würden die Module etwa 30 der 80 Hektar des Sees bedecken und rund 42 GWh pro Jahr erzeugen. Sie schätzen, dass die Abdeckung die Verdunstung um fast eine Million Kubikmeter Wasser pro Jahr verringern würde, dass die Umrüstung bestehender Züge die Betriebskosten gegenüber Diesel um 30 % senken und die Fahrt Ajaccio–Bastia um etwa 40 Minuten verkürzen würde. Der Wasserstoffexperte Bertrand Ciavaldini spricht von bis zu 200 direkten Arbeitsplätzen. Corse Net Infos betont, dass es sich um Projektionen handelt und die finanzielle, technische und ökologische Machbarkeit noch nicht geklärt ist.
Hintergrund. Laut Stampa Paese sagt Ciavaldini, Regionaldelegierter von France Hydrogène, der flache See leide unter starker Verdunstung und Cyanobakterienbildung; der Standort liege nahe der Bahnstrecke und an Hochspannungsleitungen. Lionel Mortini, Präsident des Gemeindeverbands L'Île-Rousse – Balagne, unterstützt das Projekt. Im August hatte Acquasole eine Petition gestartet, um die Wasserstofferzeugung in die Überarbeitung der mehrjährigen Energieplanung (PPE) Korsikas aufzunehmen, schrieb Corse Net Infos.
Das Inselnetz. Das korsische Stromsystem bleibt angespannt: EDF Corse meldete am 29. Oktober eine Rekordlastspitze von 489 MW im Sommer 2026 bei 1.044 MW installierter Leistung und warnte, die Sommer würden bis 2030 angespannt bleiben.
Wie es weitergeht. Die Petition hat mehr als 1.000 Unterschriften, und Acquasole lädt am 12. November um 17:30 Uhr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Park Saleccia in Monticellu ein.
Echtzeitdaten der Insel gibt es auf der Inselseite.
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