Neun Milliarden für das Rückgrat: der APG-Plan bis 2035
Der österreichische Übertragungsnetzbetreiber APG hat den Netzentwicklungsplan bis 2035 vorgelegt: rund 9 Milliarden Euro in zehn Jahren, mit steigenden Jahresinvestitionen — 680 Millionen allein 2026, nach 595 im Vorjahr. Die offiziellen Berechnungen versprechen 90.000 gesicherte Arbeitsplätze und fast einen Euro Wertschöpfung für jeden investierten Euro.
EuroEnergy-Redaktion · 1 Min. Lesezeit · aktualisiert 29. Sept. 2026
Österreichs Höchstspannungsnetz, gebaut für ein System mit großen alpinen Wasserkraftwerken und wenigen verbrauchenden Städten, muss jetzt einen neuen Kontinent fassen: verteilte Photovoltaik, östlichen Wind, Wärmepumpen, elektrifizierte Industrie. Der Preis der Eintrittskarte, von der APG berechnet: 9 Milliarden Euro bis 2035.
Die Investitionskurve. Die Trajektorie ist beredt: 440 Millionen investiert 2024, 595 im Jahr 2025, 680 geplant für 2026 — und das Tempo steigt weiter. Auf der Liste: neue und verstärkte Leitungen auf den Ost-West-Achsen, Transformatoren, Umspannwerke — inklusive der „größten Steckdose Wiens“, des Umspannwerks Wien Südost, einer 300-Millionen-Baustelle.
Das ökonomische Argument. Die vom Betreiber beauftragten Studien übersetzen Kabel in die Sprache des Finanzministeriums: rund 90.000 gesicherte oder geschaffene Arbeitsplätze, fiskalische Effekte von 2,8 Milliarden, Gesamtwertschöpfung von 6,57 Milliarden — 93 Cent heimische Wirtschaftsleistung für jeden investierten Euro.
Die Warnung hinter den Zahlen. Die APG wiederholt, dass das Tempo der Genehmigungen alles entscheidet: Das Netz sei „an der Belastungsgrenze“, und jedes Verzögerungsjahr bei einer neuen Leitung werde mit Engpässen, Redispatch und abgeregelten Erneuerbaren bezahlt. Das Beschleunigungsgesetz EABG, seit Juli in Kraft, wird genau an diesen Dossiers getestet.
Wer zahlt. Wie überall: die Verbraucher, über die Netzentgelte — daher die politische Empfindlichkeit jedes von der E-Control hinzugefügten Prozents.
Die Flüsse durch Österreichs Netz, in Echtzeit, auf der Europakarte.
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