Das Grüne-Gas-Gesetz fehlt — und 15 Anlagen produzieren ins Leere
Österreich hat 15 Anlagen, die Biomethan ins Netz einspeisen — rund 200 GWh im Jahr — und etwa 100 Projekte, die auf ein Einziges warten: das seit Jahren versprochene, politisch blockierte Grüne-Gas-Gesetz. Der Entwurf spricht von 1 TWh bis 2030, die Branche von 6,5 TWh sofortigem Potenzial und 20 bis 40 TWh im Jahr 2040. Ohne Rahmen investiert niemand.
EuroEnergy-Redaktion · 1 Min. Lesezeit · aktualisiert 29. Sept. 2026
Während Österreichs Strom seit Dezember seine neue Verfassung hat, bleibt das grüne Gas legislativ verwaist: Das Grüne-Gas-Gesetz — das die Lieferanten verpflichten würde, eine Biomethanquote ins verkaufte Gas zu mischen — liegt seit Jahren in den Schubladen der Koalition.
Was existiert. Fünfzehn Anlagen speisen heute Biomethan ins österreichische Netz — rund 200 GWh im Jahr, ein Tropfen im Verbrauch von Dutzenden TWh. Etwa hundert weitere Projekte sind genehmigungsreif oder auf dem Papier gebaut — doch die Banken finanzieren nicht ohne Nachfragesicherheit, und Nachfragesicherheit ist genau das, was das Gesetz schaffen würde.
Was das Gesetz brächte. Der diskutierte Entwurf fixiert ein Ziel von rund 1 TWh Biomethan bis 2030, mit Quotenpflichten für Lieferanten. Die Branche hält das Ziel für zaghaft: Das sofortige technische Potenzial — Agrarabfälle, Kläranlagen, Speisereste — wird auf 6,5 TWh geschätzt, der Horizont 2040, mitsamt Holzvergasung, auf 20 bis 40 TWh.
Warum es zählt. Grünes Gas konkurriert nicht mit Wärmepumpen ums Beheizen von Wohnungen — es konkurriert mit fossilem Gas in der Industrie, die sich nicht elektrifizieren lässt: Glas, Keramik, Chemie, die Spitzen der Wärmekraftwerke. Jede heimische Terawattstunde ersetzt Importe durch immer politisiertere Leitungen.
Die Blockade. Der Streit ist banal-österreichisch: Wer zahlt die Preisdifferenz — die Verbraucher über eine Pflichtquote oder das Budget über Subventionen — und wie schnell. Unterdessen gären die Substrate, die Projekte verfallen, und die Bauern, die die kleinen Energieerzeuger des Landes wären, verkaufen ihren Mais als Futter.
Das Gas im österreichischen Mix, auf der Länderseite.
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